Das Fensterln

die Zeit vor Parship und Tinder

Für die Mädchen war es früher nicht ganz so leicht, mit Burschen zu flirten. Sobald sie aus der Sonntagsschule waren, schliefen sie vom Rest der Familie getrennt. In „besseren“ Familie zogen sie in das „schöne “ Zimmer, ansonsten in eine Kammer. Auch sonst waren die Mädchen zur Zurückhaltung angehalten.

Aber der Mensch weiß sich zu helfen. Und so entstand der Brauch des „Fensterln“. Fast alle Häuser hatten einen Vorsprung, der an der Seite ein kleines Guckfenster hatte. Sobald ein Bursche ein Auge auf eine junge Dame geworfen hat, ging er begleitet von seinen Jahrgangskameraden zum Guckfensterl und man warb mit einem Lied.

" geh moch Dei Fensterl auf
i waut scho so lang drauf
a einzig`s Busserl möcht i nur
Vielleicht los i di dann in Ruh!"

 

Wenn er für „gut“ befunden wurde, so öffnete das Mädchen das Fenster.Mit dieser Zustimmung war es ihm erlaubt, beim nächsten Mal allein „vorzusprechen“. Man durfte sich unterhalten, aber nicht einsteigen. Und so nahmen die Dinge ihren Lauf.

 

 

Quelle : Brigitta Trsek inspiriert von einem Beitrag aus der Andauer Ortschronik
Fotos : (C) Pixabay
Ein Beitrag gefördert vom Land Burgenland

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