Untere Hauptstrasse 93

Die Russen und die Läuse

„Als die Russen aus Pama fortzogen, krochen wir aus unseren Verstecken hervor und gingen in unsere Häuser zurück. Als wir – also meine Mutter, mein kleiner Bruder und ich das Haus betraten, trafen wir auf ein großes Durcheinander. Das Geschirr lag zerbrochen am Boden, leere Weinflaschen lagen überall herum und fast alle Polstermöbel waren mit Läusen bedeckt. Besonders unser roter Diwan, der in der Ecke stand. Den mussten wir sofort aus dem Haus schaffen, denn die Läuse griffen nun uns an. Sie schlüpften in unsere Kleidung, ins Haar und sogar in die Unterwäsche. Besonders diese Filzläuse waren schrecklich unangenehm. Alle Kleidungsstücke mußten ausgekocht werden, da sonst die Bekämpfung gegen das Ungeziefer aussichtslos gewesen wäre. Nicht nur bei uns war die Lausplage. Jede hatte damals damit zu kämpfen.“

Erzählt von Maria Roth

Franz Roth berichtet so darüber:

„Als ich in Russland war, schicke ich meiner Mutter öfters Briefe. Einmal steckte ich 3 kerngroße Läuse in den Umschlag, um ihr zu zeigen, wie große Läuse ich hier hatte. Ich hatte besonders viele davon. Im Sommer kitzelt und bissen sie sehr, aber im Winter was ich froh. Mein Kollegen und ich empfanden die Läuse in der kalten Jahreszeit als angenehm und wärmend.“

 

Quelle : ein Beitrag aus der Chronik aus Pama “ 1945 – 1955 „
Fotos : Pixabay; Brigitta Trsek
Ein Beitrag gefördert vom Land Burgenland

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